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25Mar/120

Öffnung vom Schwebetürenschrank

“Wie funktioniert die Öffnung vom Schwebetürenschrank?” – “auf die Seite oder öffnet sich dieser Schwebetürenschrank nach vorne?”, voller Verzweiflung starrte Lucie auf diesen Schwebetürenschrank. Das klickende Geräusch war inzwischen nicht mehr zu hören. Aufgeschreckt sass Lucie immer noch im Bett und starrte auf den Schwebetürenschrank vor sich. Das Hotelzimmer war gross, von der Firma bezahlt und sehr luxuriös. Den Schwebetürenschrank hatte sie noch gar nicht geöffnet. Nach der Tagung im Messezentrum fand direkt der “Social Evening” statt – so kam sie erst gegen 1:30 Uhr ins Hotel zurück. Nach den ganzen Drinks sank sie direkt aufs Bett nieder und schlief innert Sekunden ein. Alle Kleider aus dem Koffer hatten den Weg zum Schwebetürenschrank noch nicht gefunden. Alles in Ordnung so weit.

Dass die Perlenkette fehlte war ihr noch nicht aufgefallen, die wolle sie zwar umgehend in den eingebauten Safe im Schwebetürenschrank legen, musste aber überstürzt das Hotelzimmer verlassen um noch rechtzeitig zur Tagung zu kommen.

Das diffuse Licht des Deckenleuchters liess den Schwebetürenschrank schimmern. Was war das für ein Geräusch aus dem Schwebetürenschrank gewesen?

Normalerweise hatte sie wirklich einen tiefen Schlaf, aber dieses Geräusch war zu nahe…

“Wie gross kann der Innenraum vom Schwebetürenschrank sein? Passt da jemand rein” – sie wollte sich dies gar nicht vorstellen. Und jetzt? Schreien! Nein – hysterische Kuh – sicher nicht – da war doch nichts!

Nachschauen? Alleine im Dunkeln? Eine Waffe! Ja!

Kaum bemerklich schob sie die Bettdecke beiseite, schlick zügig aus dem Bett und griff in die Handtasche. Der Pfefferspray im Seitenfach war schnell gegriffen. Mit zittrigen Händen hielt sie den Spray schützend vor sich – und wartete.

Auf was? Nun jetzt? “Wie funktioniert die Öffnung vom Schwebetürenschrank?” – “auf die Seite oder öffnet sich dieser Schwebetürenschrank nach vorne?”, voller Verzweiflung starrte Lucie auf diesen Wandschrank.

War es überhaupt ein Schwebetürenschrank? Könnte ja auch ein gewöhnlich schnöder Schrank sein. Was wenn ich die Türe auf die Seite schieben will und sie wird aber von innen aufgeschlagen? So ein Mist.

Auch er schwitzte und zitterte. Dieses dämliche Zittern! Amateur! Wäre er nur ein wenig cooler, dann hätten die Kleiderbügel auch nicht aneinander gebimmelt.  Scheiss Schrank. Ok, in Schränken war er schon mehrmals drin gewesen, aber dieses Mal war’s noch so ein blöder Schwebetürenschrank an dem die Türen beiseite geschoben werden. Schon leise, aber unpraktisch, man muss rübergreifen bis zum Türende! Nicht zittrig, nicht nervös und ohne leere Kleiderbügel auf der Stange kein Problem. Aber jetzt? Hat sie es gehört? Weshalb das Rascheln und nun diese Stille?

Steht sie vor dem Schwebetürenschrank? Er sieht nicht hindurch. Sie auch nicht. Patt.

Schreien und hinausstürmen? Bin ich wahnsinnig, was wenn sie mit der Blumenvase in der Hand vor dem Schrank steht? Kann sie Karate? Schwarzer Gurt?

Weshalb ist sie überhaupt so früh zurück ins Hotel gekommen? Auf dem Kongress hat sich noch gesagt dass es heute wohl spät werden wird, so wie bei den meisten anderen. In den beiden Zimmern nebenan war ja auch noch niemand zurückgekommen.

Er versuchte sich im Schwebetürenschrank zu orientieren. War ein wirklich grosses Modell, aber wie jeder andere Schwebetürenschrank auch mit Zwischenwänden und zudem noch absolut leer, abgesehen von den dämlichen Kleiderbügeln.

Aufreissen und rausstürmen, das war wohl die beste Idee. Überraschungseffekt! Ja. Könnte man diese Türen auch rausdrücken oder geht das beim Schwebetürenschrank nicht? Wäre viel furcheinflössender. Zudem noch der Strumpf überm Gesicht – wer erschrickt da nicht? Schwarzgurt, hm?

Wenn’s ein altes Ritterschloss wäre, mit Geheimgang im Wandschrank, ja super – aber im Schwebetürenschrank wohl kaum…

Ein verschneiter Tannenwald hinter den Wollmänteln – vielleicht wenn’s Wollmäntel hätte, ist aber nur ein leerer Schwebetürenschrank. Mist.

Langsam glitt die weiss schimmernde Türe des Schwebetürenschranks beiseite.

“I know I stand in line,
Until you think you have the time
To spend an evening with me
And have a drink or two
And then I go and spoil it all,
By saying something stupid
Like I love you"…

Das einzige Liebeslied mit so halbwegs richtig klingendem Text war Something Stupid. So stand er in versuchter lasziver Pose im offenen Schwebetürenschrank und sah auf die völlig verwirrte Lucie. Mit offenem Mund stand sie da, den Pfefferspray immer noch auf den halbnackten Mann gerichtet.

“Michaela?”

Nein – raus hier!

Seine Kleider unterm Arm geklemmt schritt er richtung Zimmertüre, sich tausendmal entschuldigend dass er Michaela überraschen wollte. Falsches Zimmer und so.

Die Perlenkette rutschte unauffällig in Richtung Koffer.

Der Schwebetürenschrank war immer noch offen. Welche Erleichterung.

Ab diesem Tag wurde nur noch bei offenem Schwebetürenschrank geschlafen. Ein Diebesraubzug im Hotel fand ab diesem Tag auch immer mit einer frischen Rose statt – die macht sich im Mund besser als das falsch gesungene something stupid.

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